KIF 33.0:AK Soft Skills/Schlüsselkompetenzen

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Schlüsselkompetenzen / Soft Skills

Die Begriffe Soft Skills, Schlüsselqualifikationen und Schlüsselkompetenzen werden synonym verwendet.


In dem Arbeitskreis ging es um folgende Ziele:

  • Was sind Schlüsselkompetenzen?
  • Sind Schlüsselkompetenzen in Lehrveranstaltungen sinnvoll?
  • Wie kann man Schlüsselkompetenzen in der Lehre umsetzen?
  • Erfahrungsaustausch über bestehende Lehrveranstaltungen.


Ergebnisse

(Achtung, schnell wärend einer Zugfahrt getippte zusammenfassung)

Definition

Es ist sehr schwierig den Begriff Soft Skills oder Schlüsselkompetenzen abzugrenzen und zu definieren welche Inhalte dazu gehören und welche nicht.

Wir haben mit einer sehr langen Liste entstanden aus einem Brainstorming begonnen und konnten kein Gebiet vollständig ausschließen. Es wurde klar das die Fähigkeiten zu selbstständigem und wissenschaftlichem Arbeiten die einzigen Schlüsselkompetenzen sind die weitgehend an allen Hochschulen gefördert werden.

Mit einigem Aufwand haben wir uns auf die Gliederung und Schwerpunktfelder aus der Resolution geeinigt. Die Liste ist nicht vollständig, spiegelt aber etwa die nach Meinung des Arbeitskreises wichtigsten Punkte wieder. Sie ist ein Konsenz und entspricht nicht den Schwerpunkten aller Teilnehmer. Eine weitere Gliederung gibt es im Papier [1].

Die Punkte Informatik und Gesellschaft sowie Fremdsprachen wurden bei unserer Diskussion bewusst ausgeklammert.

Umsetzung in Lehrveranstaltungen

Es gibt Berichte von speziellen Lehrveranstaltungen für Soft Skills an einigen Hochschulen. An der TU Darmstadt werden sie etwa als Schein im Grundstudium angeboten. In Magdeburg gibt es dazu spezielle freiwillige Blockseminare im Ausland. Desweiteren gibt es Berichte von einigen Lehrveranstaltungen die Softskills "nebenbei" vermitteln, u.a. einige Softwarepraktika oder Projekte an einigen Unis. Besonders bei diesen Veranstaltungen sind Softskills aber oft nur ein sehr nebenläufiges Thema und werden häufig auch nicht explizit vermittelt.

Bei allen Veranstaltungen wird festgestellt, dass es hier ganz besonders auf die Motivation des Vortragenden bzw Übungsleiter/Mentor ankommt. Es gibt sowohl sehr positive (deutlicher Einsatz über die eigentliche Veranstaltung hinaus) wie auch negative Erfahrungen (Aufgabe vergeben und das Team muss selbst den Rest zurecht finden; Arrogante unangenehme vortragende Person).

Freiwillige Veranstaltungen z.B. Vorträge im Rahmen des Mentorenprogramms der Uni Magdeburg werden z.T. recht gut angenommen.

Soft Skills können auf verschiedene Art und Weise gelehrt werden. Sie können zusätzlich vermittelt werden, etwa in Vorlesungen. Diese Art der Vermittlung wird durchaus als sinnvoll angesehen wenn sie durch Übungen/Projekte unterstützt wird, z.B. eine Vortragsreihe parallel zum Softwarepraktikum. Eine Pflichtvorlesung ohne passende Übung, eventuell sogar mit schriftlicher Prüfung wird aber abgelehnt. Alternativ können Softskills auch integriert in andere Veranstaltungen werden, etwa bei Softwarepraktika, wenn diese besonders auf diesen Gesichtspunkt bezogen betreut werden. Des weiteren können Vorträge und Projekte verstärkt auf diese Gesichtspunkte ausgelegt werden, etwa ausdrücklich auch Feedback und Analyse zur Vortragsweise in Seminaren.

Wir empfehlen die Umsetzung beider Varianten, besonders aber die Integration in Projekten, wobei die Softskills aber expliziert werden und es ggf. auch eine theoretische Fundierung mit einer ergänzenden Veranstaltung gibt.

Prüfungsformen: Es gibt Erfahrungen, nach denen solche Veranstaltungen rein freiwillig akzeptiert werden, Angebote in dieser Richtung sollte auch durchaus gefördert und ausgebaut werden. Trotzdem sollen solche Veranstaltung auch in den Pflichtbereich des Studiums aufenommen werden, allerdings bevorzugt mit Wahlmöglichkeiten, so dass man zwischen verschiedenen Softskills Veranstaltungen wählen kann. Zensuren sollten nicht durch das Abfragen von Sachwissen ermittelt werden (allenfalls ergänzend zum kleinen Teil) sondern durch Beobachtung der Projekte und Übungen. Wir bevorzugen allerdings unbenotete Scheine für alle Teilnehmer der Veranstaltungen die ein gewisses Maß an Engagement zeigen.

Handlungsbedarf

Schlüsselkompetenzen sind nach Meinung viele Professoren und auch für einige Stundenten unwichtig und nicht lehrbar. Einige Professoren sehen "Berichte schreiben" und "Experimente entwerfen" als zentrale Schlüsselkompetenzen.

Es ist leicht bestehende Veranstaltungen wie Seminare oder Softwarepraktika als Soft Skill-Veranstaltungen zu benennen ohne dass es inhaltlich explizit um Soft Skills geht, sondern nur weil die Aufgabe irgendwie im Team gelöst werden soll. Einer solchen Umbenennung soll gezielt entgegengewirkt werden. Es soll bei jeder Softskill-Veranstaltung explizit eingefordert und benannt werden welche Anteile der Vermittlung von Softskills dienen. Dies sollte auch überprüft werden.

Durch die Umstellung auf Bachelor/Master Systeme ist momentan ein guter Zeitpunkt auf die Studienordnung einfluss zu nehmen. Nach den meisten Akkreditierungsvorschriften sind Schlüsselkompetenzen pflicht, oft in einem Umfang von 10 bis 15% (siehe etwa [1]).

Hier bestehen gute Möglichkeiten auch als Fachschaft auf die Einrichtung entsprechender Veranstaltungen zu achten und deren Konzepte und Themen ggf. aktiv mitzugestalten.

Auf die Qualität der Veranstaltungen muss dringend geachtet werden, da wie oben geschrieben die Motivation des Vortragenden/Übungsleiter/Tutors ganz massiv den Erfolg und auch die Akzeptanz der Veranstaltungen ausmacht.

Links, Materialien

  • Einleitende Präsentation, erstellt basierend auf Diskussionen im Studentenportal WebUni.de: SXI PDF
  • ZEvA Positionspapier: Schlüsselkompetenzen in den Curricula der Hochschulen PDF
  • Beschluss des Arbeitskreises, der beim Abschlussplenum auch als Resolution einstimmig beschlossen wurde: PDF


  • Grobkonzept einer Schlüsselkompetenzen-Lehrveranstaltungen (Felix Uni Magdeburg)
  • Themen der Veranstaltungen an der TU Darmstadt:
  • Uni Magdeburg
    • Vortragsthemen der Mentorenprogrammsbegleitenden freiwilligen Veranstaltungen der Uni Magdeburg: Einführung & Studium, Ziele, Motivation, Zeitmanagement, Prüfungen, Lernmethoden, Auslandspraktikum, Gremienwahlen
    • Personal and Professional Development (Freiwilliges Soft Skills Seminar an der Uni Magdeburg) Spanien, Italien (Erfahrungsberichte, Mazedonien
    • Idea Engineering (SS05) (Lehrveranstaltung zum Thema Kreativität an der Fakultät für Informatik der Uni Magdeburg mit Schwerpunkt Softskills und Teamprojekt)
    • SimProjekt (Teamprojekt am Lehrstuhl für Simulation Uni Magdeburg mit Schwerpunkt Softskills und Teamarbeit)
    • www.webuni.de
  • KIF_33.0:AK Informatik und Gesellschaft in der Lehre

Meinungen und Erfahrungen im einzelnen

Schlechte Erfahrungen mit unbetreutem Softwarepraktikum (Uni Magdeburg)

Mein Softwarepraktikum war inhaltlich interessant, Erstellung eines Programms zur Fahrplanplanung auf dem Magdeburger Straßenbahnnetz auf einem Palm III. Mit Softskills hatte es nichts zu tun. Es war eine Teamarbeit mit 4 Personen, es gab wenige Treffen am Anfang vor allem zur Arbeitsteilung. Jeder hat anschließend seinen teil gemacht, oder auch nicht und zum schluss wurde es halbwegs zusammengestückelt um etwas anzugeben. Die Arbeitsverteilung am Endprodukt sah dann etwa so aus: 90%, 8%, 2%, 0%. Ein Teammitglied ist ausgestiegen. Mit Teamerfahrung hatte das ganze wenig zu tun. Inhaltlich wurde zum Thema Softskills überhaupt nichts vermittelt.

Gute Erfahrungen mit Soft Skills Projekt Idea Engineering (Uni Magdeburg)

In dem Projekt ging es obwohl am Lehrstuhl für Simulation organisert nicht um Informatik sondern fast ausschließlich um Softskills. Es ging in der Vorlesung darum eine Ideenfabrik aufzubauen und Kreativitätstechniken zu lernen. Die Vorlesung wurde durch eine Übung in der man i.d.R. die Kreativitätstechniken geübt hat ergänzt und zudem noch begleitet durch ein Projekt in dem man selber eine Ideenfabrik aufgebaut hat und eine Schicht sowie üblicherweise mehre Probeschichten durchgeführt hat (in meinem Fall Ideen für die Fachschaftsweihnachtsfeier, Ideen für eine AIESEC Party und Ideen für neuartige Puzzle). Dieses Teamprojekt war ein echts Teamprojekt, die Teilnehmer konnten sich Rollen aussuchen mit denen sie sich beim Teamleiter bewarben. Die 5er Teams organisierten i.d.R. ein wöchentliches Teamtreffen. Zudem gab es mehrere Meilensteine zu denen in der Vorlesung die bisherigen Ergebnisse präsentiert werden sollten. Zusammenarbeit war nötig und wichtig.

Die Lehrveranstaltung benötigt sehr viel Zeit, ein Aufwand von etwa 8-10 SWS (Scheine gabs für 4 SWS), machte aber unglaublich viel Spaß und man lernt enorm viel, gerade im Bereich Soft Skills. Die meisten Teilnehmer waren begeistert.

Explizite Themen die in der Veranstaltung angesprochen wurden: natürlich Kreativität, Teamwork, Problemlösungsverfahren, Präsentation, Moderation/Diskussion, Organisation.